29. August 2025

Frieda Nadig als Vorreiterin geehrt: Infotafel weist AWO Bildungszentrum als FrauenOrt NRW aus

Bereits Ende Mai wurde die Informationstafel über Leben und Wirken von Frieda Nadig bei einer feierlichen Eröffnungsveranstaltung im AWO Berufskolleg für das Sozial- und Erziehungswesen offiziell enthüllt. Nachdem die rote Wand am Gebäude über die Sommerferien einen Neuanstrich erhalten hat, findet die Tafel hier nun ihren endgültigen Platz. Besucherinnen und Besucher können sich hier also ab sofort über Frieda Nadig und ihre Errungenschaften für die Gleichstellung von Mann und Frau informieren – und möglicherweise die eine oder andere Inspiration mit nach Hause nehmen.

Das Bildungszentrum mit Gebäude am Bahndamm Ecke Schillerstraße heißt seit 2019 nach der gebürtigen Herforderin, die als eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“ in die Geschichte einging: Ihrem unermüdlichen Einsatz ist es maßgeblich zu verdanken, dass der Parlamentarische Rat, der 1948/49 das Grundgesetz beschloss, hierin die Gleichberechtigung von Mann und Frau in Artikel 3 festschrieb. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs baute Nadig als Bezirkssekretärin die Arbeiterwohlfahrt in der Region erfolgreich wieder auf, darüber hinaus kämpfte sie sowohl auf Landes- als auch auf Bundesebene für die Gleichstellung der Frau, Rechte von Kindern und Familien sowie soziale Gerechtigkeit.

Bei der Eröffnungsfeier des FrauenOrts NRW im Mai waren neben der Vorsitzenden des FrauenRats NRW Murielle Guéguen, der Präsidiums- und Aufsichtsratsvorsitzenden der AWO OWL Angela Lück und dem Herforder Bürgermeister Tim Kähler auch die Nichte von Frieda Nadig, Gisela Bäumer anwesend. Schulleiter Andreas Jürgens führte durch die Eröffnungsfeier, die durch einige Grußworte, musikalische Beiträge und einen gemeinsamen Mittagsimbiss inklusive Austauschmöglichkeiten abgerundet wurde.

Nach der Eröffnung wurde zunächst die Gebäudeseite an der Schillerstraße neu gestrichen, um die Namensgeberin, die hier mit Konterfei und Schriftzug bereits vertreten ist, angemessen zu präsentieren. Zur nun erfolgten Anbringung der Infotafel betont Schulleiter Jürgens: „Unser AWO Berufskolleg ist an sich bereits ein Frauenort, da hier viele junge und zu einem Großteil weibliche Menschen ausgebildet werden. Diese können sich mit dem Bezug zu Frieda Nadig ein historisches Vorbild nehmen und die damit verbundenen Werte und Haltungen auch in ihre eigene Arbeit einfließen lassen.“ Angela Lück ergänzt: „Der FrauenOrt für Frieda Nadig ist auch eine Aufforderung an uns alle. Denn ihr Leben zeigt, dass Veränderung möglich ist, wenn wir für unsere Überzeugungen einstehen. Dass soziale Arbeit politisch ist und dass Menschlichkeit niemals aus der Mode kommt.“ Das Projekt FrauenOrte NRW ist eine Initiative des FrauenRat NRW e.V. und wird gefördert vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Bis 2025 will der FrauenRat NRW 52 Orte kennzeichnen, an denen historische Frauenpersönlichkeiten gelebt und gewirkt haben. Den FrauenOrt für Frieda Nadig ins Leben gerufen hat der AWO Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e.V. in Kooperation mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Herford.