23. April 2026

Bürgerschaftliches Engagement – Im Gespräch mit Freiwilligen  

Bürgerschaftliches Engagement – Zwei Stunden, die den Unterschied machen

Manchmal braucht es gar nicht viel Zeit, um etwas zu bewirken. Zwei Stunden pro Woche reichen für Dario Werneke aus, um jungen Menschen Mut zu machen und ihnen zu zeigen, dass sie mehr können, als sie vielleicht selbst glauben.

Der gebürtige Bielefelder arbeitet als Analyst im Controlling. Nach seinem Ingenieur-Studium hat er seinen beruflichen Weg in der Wirtschaft gefunden. In seiner Freizeit macht er Sport, aktuell vor allem Kraftsport. Und seit einigen Jahren engagiert er sich ehrenamtlich – ein Engagement, das für ihn längst zu einem wichtigen Teil seines Lebens geworden ist.

Sein Weg ins Ehrenamt begann im Oktober 2020. Über ein Projekt der AWO Freiwilligenakademie OWL suchte Werneke nach einer Möglichkeit, sich gesellschaftlich einzubringen. Fündig wurde er im Mädchenhaus Bielefeld e. V.

Dort unterstützt er minderjährige Bewohnerinnen beim Lernen – vor allem in Mathematik. Die Mädchen sind nach belastenden Erfahrungen in Obhut genommen worden und brauchen Zeit, um Vertrauen zu fassen.

Werneke begegnet ihnen mit Geduld und Einfühlungsvermögen. Sein Grundsatz: Spaß vermitteln und nicht drängen. Schritt für Schritt entstehen Vertrauen und neues Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten.

„Es geht eigentlich gar nicht um Mathematik“, sagt Werneke. In der Schule haben diese Mädchen oft gehört: „Du kannst das nicht.“ Hier geht es darum, ihr Selbstvertrauen zu stärken.“

Der Impuls für sein Engagement kam einige Jahre zuvor. Gemeinsam mit seinem Bruder sah Werneke eine Fernsehsendung über Geflüchtete in Deutschland, die nicht arbeiten durften, sich aber ehrenamtlich engagierten. Das brachte ihn zum Nachdenken.

„Ich habe einen Vollzeitjob mit 35 Stunden. Da muss es doch möglich sein, zwei Stunden die Woche für die Gesellschaft zu investieren“, erinnert er sich. „Etwas Sinnvolles tun, statt nur auf dem Sofa zu hängen.“

Dass ihm der Umgang mit jungen Menschen liegt, hat auch mit seiner Familie zu tun. Seine Mutter war Mathematiklehrerin. Von ihr hat er nicht nur die Freude an Zahlen und Struktur mitbekommen, sondern auch seine soziale Ader und das pädagogische Geschick.

Auch persönliche Erfahrungen haben seine Haltung geprägt. In einer Phase, in der es ihm selbst nicht gut ging, suchte er Hilfe und fand Unterstützung – vor allem durch seinen Bruder, aber auch durch professionelle Angebote. Dieses Auffangnetz hat ihn nachhaltig geprägt. Heute möchte er etwas davon weitergeben.

Seine Botschaft an Menschen, die über ein Ehrenamt nachdenken, ist klar: „Ich empfinde Ehrenamt als eine Win-Win-Plus-Situation. Der Mensch, der Hilfe bekommt, profitiert. Derjenige, der hilft, hat ein gutes Gefühl. Und das Plus ist der gesellschaftliche Gewinn.“

Für Dario Werneke sind zwei Stunden Engagement pro Woche eine kleine Investition mit großer Wirkung. Und vielleicht kann seine Geschichte genau der Anstoß für andere sein, um den ersten Schritt ins Ehrenamt zu wagen.

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Die AWO Freiwilligenakademie OWL sucht für ihre Projekte immer engagierte Freiwillige.
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