AWO OWL

Unterstützung für Hausbesitzer immer wichtiger

Über 1.000 Häuslebauern in Ostwestfalen-Lippe und darüberhinaus hat die Bauschuldnerberatung der AWO seit 2005 bei finanziellen Problemen beraten. Auf unglaubliche rund 190 Mio. Euro belief sich in den 15 Jahren die Schuldensumme, die größtenteils durch die Beratungsstelle reguliert werden konnte. Regine Stoller-Wegener, AWO-Beraterin von Beginn an (Foto): „Die Krise kann jeden treffen: Angestellte, Arbeiter, Beamte oder kleine Selbständige. Wir helfen.“

In dem speziellen Bauschuldnerberatungsangebot, daß die AWO OWL in der Region Ostwestfalen-Lippe anbietet, geht es vor allem darum, die Immobilie zu erhalten. Die Kenntnisse, Erfahrungen und Kontakte aus ihrer allgemeinen Schuldnerberatung kommen der AWO dabei zu Gute. Von Anfang an maßgeblich beteiligt ist die Sparkassenbetriebswirtin Regine Stoller-Wegener. Ihre Einschätzung: „Nur ein geringer Prozentsatz aller Ratsuchenden, die in den Schuldnerberatungsstellen in OWL anfragen, haben eine Immobilie. Aber gerade hier geht es um hohe Schuldensummen und komplexe Verträge.“ Und deshalb seien spezielle Beratungen immer wichtiger.

Viele Immobilien konnten gerettet werden

In den 15 Jahren ihrer Tätigkeit konnte immerhin annähernd die Hälfte der Immobilien gerettet werden. Voraussetzung war, dass die Beratungsstelle frühzeitig mit eingebunden wird. „Wenn erst einmal die Kredite von der Bank gekündigt worden sind“, so Stoller-Wegener, „und die Zwangsversteigerung beantragt wurde, ist es bereits 5 nach 12. Aber auch dann kann bei einer sauberen, geregelten Abwicklung unterstützt werden.“ Die wichtigsten Anlässe als Auslöser einer finanziellen Krise sind bekannt. Trennung und Scheidung von Paaren sind in all den Jahren der Hauptgrund geblieben, mit der Beratungsstelle ins Gespräch zu kommen. Häufig platzt der Traum vom Eigenheim, weil Arbeitslosigkeit, die Geburt eines Kindes oder der Anstieg der finanziellen Belastungen die Familie ins Wanken bringen.

Scheidung und Trennung häufig Auslöser für Probleme

Dann gibt es auch die sogenannten „Schrottimmobilien“, die die Eigentümer in die Zahlungsunfähigkeit treiben. Sie wurden als Steuersparmodelle angepriesen, lagen häufig in den neuen Bundesländern und der angenommene Ertrag sowie die Wertentwicklung haben sich niemals bestätigt.

Ebenso kommen immer mehr Solounternehmer oder Inhaber kleiner, persönlich geführter Betriebe in die Beratung, weil der Umsatz nicht mehr stimmt und sie deshalb die Raten für ihr Haus nicht mehr zahlen können.Seit einigen Jahren stehen zunehmend auch Rentner im Fokus, die es nicht geschafft haben, die Immobilie bis zum Renteneintritt zu entschulden.

Neben diesem Beratungsangebot wurde in den letzten Jahren aufgrund der Erfahrungen die präventive Baubudgetberatung entwickelt, die z.B. Gespräche und Veranstaltungen mit dem Thema „Wie viel Haus kann ich mir leisten?“ anbietet.

Corona wird die Situation verschärfen

Aufgrund des langanhaltenden historisch niedrigen Zinsniveaus hat sich die Nachfrage in der Bauschuldnerberatung zwar stark reduziert, aber die obigen Auslöser bleiben leider immer aktuell. Regine Stoller-Wegener: „Es ist zu befürchten, dass nach der Corona-Krise durch Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Insolvenzen von Unternehmen das Beratungsangebot sehr wichtig sein wird.“

Kontakt

Die Bauschuldnerberatung für Ostwestfalen-Lippe und angrenzende Gebiete findet in Bielefeld und Löhne statt. Beratungstermine können - unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen – nach vorheriger Absprache durchgeführt werden. Für die Beratung wird eine Gebühr erhoben. Die erste Kontaktaufnahme soll per E-Mail unter bauschuldnerberatung@awo-owl.de  oder telefonisch unter 05732 949541 erfolgen.