AWO OWL

Über Gefühle und unser Immunsystem

40 Jahre AWO-Krebsberatung feierten (v.l.n.r.): Teresa Pinheiro (AWO-Abt. Jugend und Familie), Frank Olivier (AWO-Vorstand), Dr. Stephan Probst (Klinikum Bielefeld), Prof. Dr. Dr. Schubert, Ingo Nürnberger (Stadt Bielefeld), Reiner Gollub (AWO-Krebsberatung), Gudrun Bruns (BAG Krebsberatung).

Ihr 40-jähriges Bestehen feierte jetzt die Psychosoziale Krebsberatung der AWO in Bielefeld. Mit seinem Vortrag zum Thema "Wie Gefühle unser Immunsystem beeinflussen" faszinierte Prof. Dr. Dr. Schubert von der Universität Innsbruck die rund 100 Gäste.

1979 wurde die Psychosoziale Krebsberatung der AWO in Bielefeld als eines von vier Modelprojekten gestartet. Als einzige Beratungsstelle dieser Art gibt es sie heute noch. Das liegt an vielen Unterstützern. Die meisten waren auch zur Jubiläumsfeier in den Ravensberger Park gekommen.

Viel Unterstützung bewirkt viel Hilfe

Frank Olivier vom Vorstand des Trägers, der AWO OWL, gab in seiner Begrüßung eine Bestandsgarantie für die Arbeit: „Gerade der sogenannte Sturz aus der Wirklichkeit der betroffenen Menschen macht eine psychosomatische Betreuung notwendig.“ Auch Bielefelds Sozialdezernent Ingo Nürnberger lobte das heutige Team mit Reiner Gollub, Birgit Köster und Simone Hansche: „Sie sind bis zum Schluß dabei.“ Die Stadt Bielefeld fördert die AWO-Einrichtung seit 37 Jahren.

"Hoffnung und Mut spendend", so erlebt Dr. Stephan Probst von der Onkologischen Station des Klinikum Bielefeld die Arbeit, „Patienten sind nicht nur Träger von Krankheiten.“ Einen Lichtstreif in der Finanzierungsfrage kündigte Gudrun Bruns von der BAG Krebsberatung an. Der 2017 verabschiedete Nationale Krebsplan zur flächendeckenden Förderung mit Selbsthilfe, Beratung und Psychotherapie sehe eine neue Förderung vor. Die letzten Gespräche liefen. Sehr bald würden die Rentenversicherung (40 %), die Krankenversicherung (40%), die Länder/Kommunen (15%) und die Träger (5%) definitiv zustimmen.

Ein wichtiger Unterstützer war mit Jens-Peter Cordes nicht auf dem Podium, aber im Saal vertreten. Der Glühwein-Verkauf auf dem Bielefelder Weihnachtsmarkt hat dem aktuellen Vorsitzenden der Lions-Hilfe Bielefeld e.V. und seinen Vorgängern in den letzten 25 Jahren ermöglicht, die Krebsberatung mit 210.000 € zu fördern.

Positives Denken erhöht die Lebenserwartung

Mit Spannung wurde der Vortrag von Prof. Dr. Dr. Schubert (Universität Innsbruck) erwartet. Sein Arbeitsbereich ist die Psychoneuroimmunologie. Einfacher gesagt, ihn interessieren die Auswirkungen von biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren auf unser Immunsystem. Die „Mensch-Maschine-Medizin“ bietet für ihn keine befriedigenden Antworten oder Hilfen. „Aspirin hilft nicht immer“ (Schubert). Chronischer Stress und hohe Entzündungslevels sind für Schubert verantwortlich für ein vorzeitiges Altern des Immunsystems. Die Entstehung von Krebs und anderen Krankheiten steht damit im Zusammenhang.

Helfen könne bedingungslose Liebe! Etwas darunter empfiehlt Schubert das positive Denken zur Steigerung der Lebenszufriedenheit und damit der Gesundheit. Selbstakzeptanz verringere die Entzündungswerte und verlängere die Lebenserwartung. In wissenschaftlichen Studien wurden von ihm die Zusammenhänge zwischen Gefühlen, Stress, Entzündung und Krankheit nachgewiesen. Ebenso wie das Phänomen, daß „komplementäres Verhalten“ eine Art Selbstheilung bewirkt. Christian Schubert zieht daraus den Schluß: „Lust am Leben steigert die Gesundheit.“

 

Der Vortrag von Prof. Dr. Dr. Schubert kann unter krebsberatung@awo-owl.de  kostenlos angefordert werden. Weitere Informationen zur Arbeit der Krebsberatungsstelle finden sich unter www.awo-jugendundfamilie-owl.de/beratung/ehe-und-lebensberatung/  Die AWO dankt der Lions-Hilfe Bielefeld e.V. und der Elfriede-Eilers-Stiftung für die Unterstützung bei der Durchführung der Jubiläumsfeier.