AWO OWL

Serbische Pflegekräfte hospitieren bei der AWO

Sechs serbische Pflegefachkräfte hospitierten jetzt in AWO-Seniorenzeinrichtungen. Begrüßt wurden sie von Thorsten Klute (Vorstand), Stefanie Go (Personalabteilung) und Dirk Eickmeyer (Abt. Alter & Pflege).

Auf der Suche nach Lösungen für den Fachkräftemangel geht die AWO auch ungewöhnliche Wege.

In der Pflege herrscht Fachkräftemangel. Auch in den Seniorenzentren der AWO OWL ist das zu spüren. Die Personaldecke ist dünn. Eine Antwort kann die Anwerbung von ausländischen Pflegefachkräften sein. In einem Pilotprojekt hospitierten jetzt sechs Fachkräfte aus Serbien in den Seniorenzentren Frieda-Nadig-Haus, Baumheide und Robert-Nussbaum-Haus.

Viele Formen der Personalgewinnung

„Wir sind bereits jetzt sehr aktiv in der Personalgewinnung.“, so Sabine Roebers, Fachberaterin der Abteilung Alter und Pflege, „Wir bilden aus, schalten Stellenanzeigen, führen Presseaktionen durch und beteiligen uns an Jobmessen. Das Anwerben ausländischer Pflegefachkräfte ist nur ein weiterer Baustein im Bemühen um qualifiziertes Pflegepersonal.“ Über eine anerkannte Vermittlungsagentur kam der Kontakt zu serbischen Pflegekräften zustande. Im Nicht-EU-Land Serbien (aktueller Status: EU-Beitrittskandidat) herrscht kein Mangel an Pflegefachkräften. Dort gibt es eher das Problem, dass die ausgebildeten Menschen keine Anstellung finden. Auch ist die Bezahlung nicht mit unserem Tariflohn zu vergleichen. Oftmals ist es schwierig, die Familie mit dem Gehalt zu ernähren.

Fachliche Voraussetzungen sehr hoch

Die fachlichen Voraussetzungen, die Pflegefachkräfte in Deutschland erfüllen müssen, um den Beruf ausüben zu können, sind sehr hoch. Diese Voraussetzungen müssen auch ausländische Fachkräfte mitbringen. Die AWO OWL hat deshalb Wert auf eine sorgfältige Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber noch im Heimatland gelegt. Neben dem fachlichen Wissen waren auch deutsche Sprachkenntnisse bei der Auswahl der Hospitantinnen sehr wichtig. Roebers: „Pflege hat ganz viel mit Sprache zu tun und auch für die soziale Integration der Fachkräfte ist die deutsche Sprache eine Grundvoraussetzung.“ Wunsch der AWO ist es darüber hinaus, dass die ausländischen Fachkräfte, dauerhaft in Deutschland leben und arbeiten. Die Erfahrungen der AWO bei der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund können hier helfen.

Einladung zur Hospitation

Nach der Vorauswahl folgte die Einladung zur Hospitation. Anfang März war es dann soweit. In einem Kleinbus kamen die serbischen Pflegekräfte in Bielefeld an. Begrüßung, Erfrischung, Kennenlernen und Weiterfahrt in die beteiligten Einrichtungen. Das Programm war eng getaktet. Jeweils zu zweit begleiteten die serbischen Gäste in der Hospitationswoche die Pflegefachkräfte im Dienst. Großes Interesse zeigten sie am Pflegealltag in Deutschland. In einer pflegepraktischen Anleitung des AWO-Fachseminares für Altenpflege wurde insbesondere die große Bedeutung der Förderung der Selbstständigkeit und Autonomie der pflegebedürftigen Menschen verdeutlicht.

Zeit für Persönliches

Bei aller Fachlichkeit, es blieb auch Zeit für Persönliches. Viele Fragen über das Leben in Deutschland wurden gestellt und vom AWO-Fachdienst für Migration und Integration beantwortet: Wie bekommt man eine Wohnung in Deutschland? Wo können die Kinder in die Kita oder die Schule gehen? Wie erfolgt die Berufsanerkennung in Deutschland? Auch Sightseeing in Bielefeld und Minden stand auf dem Programm.

Wie geht es jetzt weiter?

Gemeinsam mit den beteiligten Einrichtungen prüft die Fachabteilung Alter und Pflege nun die individuelle Eignung der Hospitantinnen. Anschließend werden Einladungen zur dauerhaften Mitarbeit in der Pflege ausgesprochen. Klar ist für die AWO, dass „die Anwerbung ausländischer Fachkräfte nur ein Baustein im Maßnahme-Mix ist, um die Pflegeteams in unseren Seniorenzentren unterstützen zu können,“ so Sabine Roebers.

Weitere Informationen unter Tel. 0521 9216-232 (Sabine Roebers).