AWO OWL

Russische Delegation zu Gast im Seniorenzentrum Kirchlengern

Interessiert hörten die Besucher aus Russland Angela Lück und Frauke Burghardt-Oppermann zu. Gisela Kucknat, Keisgeschäftsführerin der AWO Herford, nahm ebenfalls an dem Termin teil (hinten stehend v.l.n.r).

Die Pflege älterer Menschen ist in Russland fast ausschließlich Sache ihrer Familien. Pflegeversicherung, Pflegekasse oder spezialisierte Seniorenpflegeeinrichtungen – Fehlanzeige. Das soll sich ändern. Informationen aus der Praxis gab es für eine Delegation aus Russland jetzt im Seniorenzentrum Kirchlengern.

Auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung ist aktuell eine 28-köpfige Delegation aus Russland zu Gast in Deutschland, um sich über die Pflege in Deutschland zu informieren. Auf Vermittlung von Angela Lück, SPD-Landtagsabgeordnete und gleichzeitig AWO-Präsidiumsmitglied, hat sich die Gruppe auch das AWO-Seniorenzentrum Kirchlengern angesehen.

Die Delegation vertritt 12 Regionen, darunter auch Moskau. Rund 40 Millionen Menschen leben dort. Die Pflege der älteren Menschen neu aufzustellen, ist eine nationale Herausforderung. Auslöser der Diskussion war die landesweite Initiative „Freude im Alter“, die den Umgang mit älteren Menschen seit vielen Jahren öffentlich macht. Der russische Staat hat inzwischen Bereitschaft signalisiert, die Vorbereitung des Aufbaus der Pflege-Infrastruktur mit viel Geld zu finanzieren.

Alle Pflegethemen interessieren: Ausbildung, Angebote, Standards, Organisation, Finanzierung, Vermarktung, Kontrolle. Lena Andrew, ausgebildete Altenpflegerin mit deutschen Wurzeln, begleitet die Gruppe. Für sie ist dies ein Aufbruch. „Die Orientierung am Menschen“ so sagt sie, stehe jetzt im Vordergrund. Viele Informationen sammeln, um keine Anfängerfehler zu machen, ist das Ziel.

Einrichtungsleiterin Frauke Burghardt-Oppermann stand Rede und Antwort. Sie stellte die Arbeit des Hauses und die Finanzierung über Pflegesätze vor. Dennoch ist in Deutschland nicht alles optimal, betonte Angela Lück. Mehr Personal werde benötigt. Die Anerkennung des Berufes müsse verbessert werden. Positiv werde sich ihrer Meinung nach die Zusammenlegung der Ausbildung von Alten- und Krankenpflege im nächsten Jahr auswirken.