AWO OWL

Neue Wege bei der Integration junger Menschen aus Südosteuropa

Auf den Start des neuartigen Projekts freuen sich v. l. Frank Wilke-Frenzel (Fachdienstleiter Soziales), Peter Buchmann und Monika Thiel (Fachberater*innen AWO OWL), Thorsten Klute (Vorstandsvorsitzender AWO OWL), Bürgermeister Dr. Roland Thomas, Dr. Angelika Borgstedt (Fachdienstleitung Jugendamt) und Martina Fieseler (Abteilungsleitung Bildungsförderung).

In Bad Salzuflen wird die AWO OWL ab Oktober ein neuartiges Integrationsprojekt durchführen. Zielgruppe der Maßnahme, die ihren Arbeitsschwerpunkt in Schötmar und Ehrsen-Breden hat, sind die rund neun Prozent der Kinder und Jugendlichen in diesen Stadtteilen, die aus Südosteuropa zugewandert sind, vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien, und ihre Eltern.

Durch Beratung, Begegnung, gezielte Förderangebote und Kooperation, besonders mit Kitas und Schulen, sollen Konflikte abgebaut, Bildungschancen verbessert und Lebensperspektiven eröffnet werden. Peter Buchmann, ehemaliger Abteilungsleiter beim AWO-Bezirksverband und Initiator des Projektes, stellte dieses am vergangenen Donnerstag im Rathaus der Stadt Bad Salzuflen vor.

Für Thorsten Klute, den Vorstandsvorsitzenden des AWO-Bezirksverbands Ostwestfalen-Lippe, ist das Projekt überaus wichtig, damit sich vergangene Fehler in der Einwanderungspolitik nicht wiederholen, sondern echte Teilhabechancen eröffnet werden. „Es geht dabei um einen wichtigen Beitrag für das Zusammenleben vor Ort und dass Menschen wie du und ich Teil der Gesellschaft werden, denn eine Stadtgesellschaft profitiert von gelingender Integration“, erklärt er den Hintergrund des Projektes.

Diesen bilden verschiedene Problemlagen, die in den genannten Stadtteilen identifiziert wurden. Zum einen wurden vor Ort Konflikte mit Eltern, Konflikte der Kinder untereinander, schulische Probleme und sozialräumliche Schwierigkeiten beobachtet. Zum anderen wurde eine Recherche zu Hintergründen durchgeführt, die sowohl eine häufige Ausgrenzung bereits im Herkunftsland und erfahrungsbedingte Ängste gegenüber staatlichen Institutionen zeigte als auch große Sprachbarrieren und Probleme etwa mit einem unsicheren Aufenthalts- und Sozialstatus.

Das neue Projekt, welches gemeinsam von Peter Buchmann und Monika Thiel von der AWO geleitet wird, fokussiert einen niedrigschwelligen Zugang zu den Menschen und möchte auf der Grundlage einer muttersprachlichen bzw. sprachsensiblen Absprache situationsangepasst Beratungsangebote, Förderangebote für Kinder und Jugendliche organisieren und eine sozialräumliche Vernetzung antreiben. Dabei wird auch auf den Einsatz sogenannter Laienhelfer*innen gesetzt: Menschen, die aufgrund ihrer Herkunft und Sprache einen leichteren Zugang finden und mit der „Fremdheit“ brechen können. Sie werden im Rahmen des Projekts intensiv dabei begleitet, eine Vertrauensbasis aufzubauen, auf deren Basis Bildungschancen verbessert werden sollen. Aber auch Fortbildungen für Fachpersonal in den örtlichen Einrichtungen und in der Kommune sollen angeboten werden, um die biografische und soziale Situation der Zugewanderten bewusst zu machen. „Die zugewanderten Menschen haben meist nachvollziehbare Gründe für ihr Verhalten. Das müssen wir aber erstmal anerkennen und versuchen zu verstehen“, erklärt Buchmann. Laut ihm wird mit dem Modellprojekt in der Region Neuland betreten, daher wisse man noch nicht, wie sich die Arbeit vor Ort im Detail ausgestalten werde. Ein niedrigschwelliger Zugang sei die Grundlage für alles.

Für den Umsetzungszeitraum von drei Jahren hat die AWO OWL von der Aktion Mensch eine Fördersumme von rund 300.000 € erhalten. Einen Eigenanteil von rund 35.000 € im Rahmen des Projektes trägt die AWO selbst. Die Stadt kooperiert und begleitet das Projekt organisatorisch und fachlich und leistet im Umfang von rund 33.000 € eine finanzielle Unterstützung für Overheadleistungen des Trägers, die im Rahmen der Aktion Mensch nicht förderfähig sind. Die Fördermittel werden für die Deckung der entstehenden Kosten für Personal und Laienhelfer*innen, mögliche Honorarkräfte und Sachausstattung eingesetzt.

Kontakt Projektleitung Monika Thiel: E-Mail: monika.thiel@awo-owl.de, Tel.: 0521 9216-283