AWO OWL

Kita und Mutter-Kind-Klinik erhalten Inklusionsscheck-Förderung

Zwei Projekte wurden im Jahr 2021 mit dem Inklusionscheck gefördert: Das Projekt „Groß und Klein miteinander leben“ der Kita/Familienzentrum Tausenfüßler in Lügde und das Projekt „Stärkung der sozial-emotionalen Kompetenzen in der inklusiven Gruppenarbeit“ der Mutter-Kind-Klinik Schanzenberg in Horn-Bad Meinberg.

„Groß und Klein miteinander leben“: Mit dieser Maßnahme sollen Inklusion und Teilhabe in der Kita/Familienzentrum Tausendfüßler in Lügde verbessert werden. In der Kita werden 53 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren betreut. Darunter sind zurzeit vier Inklusionskinder. Alle Kinder – egal ob mit oder ohne Beeinträchtigung – sollen die Möglichkeit bekommen, selbstständig so gut es geht ihren Kita-Alltag zu bewältigen. Um ihnen dies zu erleichtern, ermöglicht der Inklusionsscheck die Anschaffung mehrerer Hilfsmittel: Mit einem Raumteiler (Unterschrank) können die Kinder eigenständig ihr Geschirr erreichen. Ein höhenverstellbarer Tisch lässt sich an die Bedürfnisse der Kinder anpassen und unterstützt dadurch Barrierefreiheit. Sechs Stühle mit Armlehnen erleichtern selbstständigeres Sitzen. Ein spezieller Schaukel-Sitz soll allen Kindern das Schaukeln auf dem Außengelände der Kita ermöglichen, auch denen, die nicht selbstständig einsteigen oder sitzen können. Zudem fördern zwei Spiegel die Selbstwahrnehmung und somit die Persönlichkeitsentwicklung.

Die Maßnahme in der Mutter-Kind-Klinik Schanzenberg in Horn-Bad Meinberg dient dazu, die allgemeine Entspannungs- und Bewegungsfähigkeit bei Kleinkindern mit und ohne Behinderung zu fördern und so ihre sozial-emotionalen Kompetenzen zu stärken. In der pädagogischen Kinder- und Jugendbetreuung werden Kinder mit Behandlungsbedarf und Begleitkinder in drei altersgemischten inklusiven Gruppen betreut. Die Klinik verfügt über ausgesprochene Kompetenzen in der Behandlung von Kindern mit AD(H)S und Autismus-Spektrum-Störungen. Kinder mit körperlichen Behinderungen oder einem Pflegegrad bis 3 können nach einer Fallprüfung ebenfalls aufgenommen werden.

Gerade für Kinder mit einer körperlichen oder seelischen Behinderung kann es belastend sein, wenn die gewohnte häusliche Umgebung sowie Integrationshelferinnen nicht vorhanden sind. Der Inklusionsscheck trägt dazu bei, dieses Problem anzugehen: Innerhalb der Minigruppe (einer Kleinkindergruppe für 1,5- bis 3-Jährige) entstehen niedrigschwellige Kontakt- und Begegnungsmöglichkeiten für Kinder mit und ohne Behinderung. Durch freie und selbstbestimmte Begegnungen sollen soziale und emotionale Fähigkeiten gestärkt und weiterentwickelt werden.

Eine Sinneshöhle bietet den Kindern einen sicheren und geschützten Rückzugsort im Gruppenalltag, um von vielfältigen Sinneseindrücken, Lärm und Reizüberflutungen innerhalb der Kindergruppe Abstand zu gewinnen. Kinder mit körperlicher Behinderung können z.B. sicher in die Sinneshöhle gelegt werden und haben so die Möglichkeit zu Körperkontakt und Kuscheln mit anderen Kindern. Teilhabe an Beziehungen und Begegnungen wird stimuliert und initiiert. Geborgenheit, Vertrauen-Fassen, Selbstbestimmung, Entspannung, Wohlfühlen und Loslassen können durch die Sinneshöhle atmosphärisch vermittelt werden.

Eine kleine Bewegungsbaustelle gibt Kindern darüber hinaus durch gemeinsames aktives Spielen neue Bewegungsanreize. Kinder mit Bewegungseinschränkungen und Behinderungen sollen im Rahmen der Teilhabe spielerisch/sportlich gemeinsam mit anderen Kindern ihre Möglichkeiten ausprobieren und entdecken. Entwicklung von Selbstvertrauen, Impulse zur Aktivität, Gleichgewichtstraining sowie Tast- und Fühlsinnentwicklung sind Ziele des Angebotes. Die Sinneshöhle und die Bewegungsbaustelle sollen für die allerkleinsten Kinder im Rahmen der individuellen Persönlichkeitsentwicklung zwei Begegnungsorte darstellen, die selbstermächtigtes Handeln stärken.

Webseite des Förderprogramms: www.mags.nrw/inklusionsscheck