AWO OWL

„Keinen Menschen allein lassen“

Lars Jungfer (proArbeit), Birgit Härtel (Kreistag), Frauke Schwietert (Arbeitsagentur) und Dirk Hanke (AWO) sind von dem Ausbildungsmodell überzeugt.

Dirk Hanke (Geschäftsführer AWO Minden-Lübbecke) begrüßte die Gäste und führte durch die Veranstaltung.

In einem Sketch zeigten Auszubildende mögliche, aber nicht immer ernst gemeinte Perspektiven ihrer beruflichen Zukunft.

Ihr Können stellten Auszubildende der Hauswirtschaft beim Buffet unter Beweis.

Gelegenheit zum persönlichen Austausch gab es reichlich.

Seit 40 Jahren führt die AWO im Kreis Minden-Lübbecke erfolgreich „Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen“ (BaE) durch. Mit einem kurzweiligen Programm, besonderen Gäste und einer anschließenden Präsentation des Könnens wurde jetzt im „Preußen-Museum“ in Minden gefeiert.

Für Frauke Schwietert, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Herford, steht die Bedeutung der AWO-Einrichtung außer Frage. Angesichts des Fachkräftemangels und einer 60 -75-prozentigen Arbeitsvermittlung ist das Ausbildungsmodell ein Erfolg und wichtig für die Region. Birgit Härtel, Vorsitzende des Kreistagsausschusses proArbeit, und Lars Jungfer, stellvertretender Amtsleiter proArbeit im Kreis, pflichteten ihr in ihren Grußwörtern bei. Schwietert: „Jeder hat Talente, man muss sie nur erkennen und fördern.“

Erfolgreiches Ausbildungsmodell

Und das macht BaE. Als Modellversuch wurde sie 1979 gestartet. Inzwischen ist die Liste der Ausbildungsberufe und der Kooperationspartner beachtlich lang. Integrativ und/oder kooperativ werden u.a. Kaufleute im Einzelhandel bzw. für Büromanagement, Hauswirtschafter*innen, Fachpraktiker*innen für Hauswirtschaft, Fachverkäufer*innen im Lebensmittelhandwerk, Fachkräfte im Gastgewerbe und Friseur*innen ausgebildet. Hunderten junger Menschen wurde auf diese Weise der Start ins Leben ermöglicht.

Perspektiven ermöglicht

Einige davon lernten die Gäste kennen. In einem Sketch wurden auf der Bühne mögliche Karrieren von Absolventen vorgestellt. Von Unternehmerin bis Popsternchen war alles vertreten. Wirklich ernst gemeint war aber nur die Vorstellung einer Pflegekraft. Für diese gesellschaftlich wichtige Aufgabe lohne sich jeder Aufwand. Anschließend kamen im Interview mit den Projektverantwortlichen Frank Mauritz und Susanne Große-Wortmann auch reale Absolventinnen zu Wort. Newal Cheiki ist heute Inhaberin eines eigenen Friseursalons. Marcel Dreyer hat eine Vollzeitbeschäftigung als Lebensmittelverkäufer auf Wochen- und Bauernmärkten gefunden.

"Jeder soll seinen Platz finden!"

Dirk Hanke, Geschäftsführer des AWO-Kreisverbandes und AWO-Regionalkreises Minden-Lübbecke, dankte allen Zuschussgebern und Beteiligten, insbesondere den jungen Frauen und Männern, für ihre Mitarbeit, ihr Engagement und ihre Unterstützung im Rahmen des AWO-Dienstes. Er brachte auf den Punkt, worum es der AWO in den 100 Jahren ihres Bestehens und der BaE in den 40 Jahren ihrer Arbeit ging: „Wir wollen keinen Menschen allein lassen. Jeder soll seinen Platz finden!“

Das Können praktisch vorgestellt

So richtig praktisch wurde es dann zum Schluss. Die Auszubildenden der Hauswirtschaft hatten ein besonders schmackhaftes Fingerfood-Buffet vorbereitet. In einem festlich gestalteten Ambiente und mit entsprechendem Service wurde es den Gästen angeboten. Es schmeckte allen vorzüglich.