AWO OWL

Immer mit vollem Herzen dabei

Zu den Gästen der Verabschiedung von Beate Krumpipe-Hilkenmeier (2.v.r.) gehörten Heike Brünnich (AWO-Abteilungsleiterin Kitas), Thorsten Klute (Vorstand AWO OWL), Günter Bitterberg (früherer Vorsitzender des AWO-Kreisverbandes Paderborn) und die heutige Geschäftsführerin der AWO Paderborn, Ulla Höntgesberg (v.l.n.r.).

Zu einem Treffen von Freunden wurde jetzt die Verabschiedung von Beate Krumpipe-Hilkenmeier in den Ruhestand.

Mehr 40 Jahre lang war sie die Leiterin des AWO-Kindercentrums Riemekepark in Paderborn. Ihr Name ist untrennbar mit der Einrichtung in der Schulstraße verbunden. Vormittags wurde mit den Kindern und Eltern gefeiert. Am Nachmittag kamen die Partner und Sponsoren der Kita „mit besonderer Note“.

Thorsten Klute vom Vorstand der AWO OWL: „Gute Ideen und ein herausragendes, persönliches Engagement sowie die Unterstützung vieler Partnerinnen und Partner haben den Kindern, Eltern und der Einrichtung zu vielen besonderen Aktionen, Ausstattungen und Veranstaltungen verholfen.“

Nach dem Studium der Sozialarbeit an der KFH Paderborn war Beate Krumpipe-Hilkenmeier zunächst als Sozialarbeiterin bei der Stadt Paderborn. Die guten Kenntnisse über die soziale Situation in der Stadt konnten sich hier entwickeln. Den Kindern der AWO-Einrichtung kamen sie zugute. Denn 1978 hat sie die Leitung des Kindercentrum Riemekepark unter besonderen Bedingungen übernommen.

„Jung, unerschrocken und engagiert“ (Thorsten Klute) hat sie die Neuaufstellung der Einrichtung gemanagt. Rund 80 Kinder im Alter 3 bis 14 Jahren aus so genannten „Obdachlosenfamilien“ wurden nun betreut. Ein Fahrdienst musste organisiert werden. Die Zusammenarbeit mit den Eltern begann. Ein Mitarbeiterteam wurde aufgebaut. Kooperationen mit Stadt, Kreis, anderen sozialen Einrichtungen und externen Partnern wurden gestartet.

Nebeneffekt der guten pädagogischen Betreuung der Kinder: Bis Anfang der 1990er Jahre konnten alle bisher obdachlosen Familien in Wohnungen vermittelt werden. Die präventive Arbeit des Kindercentrums fand Beachtung und wurde auch von der Stadt durch Zuschüsse anerkannt. Das Kindercentrum Riemekepark hat seit dieser Zeit innerhalb der Stadt Paderborn eine besondere Stellung.

Mittlerweile besuchen 50 Kinder im Alter von 0-6 Jahren die Einrichtung. Es wurde Ansprechpartner für soziale Fachdienste. Neue fachliche Konzepte wurden hier schon sehr früh umgesetzt. So wurde das Modell der „Sozialpädagogischen Familienhilfe“ in Paderborn erstmalig im Kindercentrum erprobt. Auch wurden Lebensmittelzuschüsse gewährt. Das Mittagessen für die Kinder war damit sichergestellt. Küchenhilfen wurden dafür eingestellt. Fahrzeuge, Medien und andere besondere Ausstattung konnten für das Kindercentrum angeschafft werden. Anderenorts wurde davon nur geträumt.

Darüber hinaus waren Frau Krumpipe-Hilkenmeier und ihr Team aber auch jederzeit bereit, Neues zu erproben und damit zusätzliche Arbeit zu leisten. Das Kindercentrum ist heute ein Familienzentrum. Eine Literatur-Kita wurde zur Förderung der Kinder eingerichtet. „plusKITA“ als Zusatzförderung für Kitas, die einen hohen Anteil an Begleitung von Familien leisten, ist hier kein Thema, sondern selbstverständlich. Auch die „Rucksack-Kita“ zur Einbeziehung der Eltern gehört dazu. Das Bundesprogramm Sprache wird umgesetzt. Auch an Projekten der Universität Paderborn, an den Berichten der Stadt Paderborn zu den Lebenslagen von Familien oder an der AWO-ISS-Armutsstudie war das Haus beteiligt.

Der örtliche Bezug war Frau Krumpipe-Hilkenmeier immer sehr wichtig. In der Interessengemeinschaft Riemekepark ist das Haus aktiv. Patenschaften und Sponsoring u.a. mit der Angela- und Joachim-Michels-Stiftung, dem Soroptimistinnen-Club, Round Table, Rotary Club, dem Theater Paderborn und der Bundeswehr in Augustdorf ermöglichten der Einrichtung viel „Beinfreiheit“. Auch Preise bei Wettbewerben der Stadt Paderborn oder der Sparkasse Paderborn trugen dazu bei. Kinder der Einrichtung waren beim SC Paderborn schon zweimal am Einlauf beteiligt waren. Jüngstes Projekt ist die Ausstellung der Kinderfotografien von Siegfried Baron. Sie wird dauerhaft in der Einrichtung gezeigt.

Thorsten Klute: „Ich kann mir vorstellen, wie viel Engagement, Kreativität, Energie und Empathie des Menschen Beate Krumpipe-Hilkenmeier hier eingeflossen ist. Im Namen der Arbeiterwohlfahrt Ostwestfalen-Lippe danke ich Ihnen dafür!“