AWO OWL

AWO: ver.di täuscht die Öffentlichkeit

„Kehren Sie auf den Boden der Wirklichkeit zurück und verbreiten Sie keine Unwahrheiten“, appelliert AWO-NRW-Geschäftsführer Uwe Hildebrandt an die Gewerkschaft ver.di.

Die behauptet in den laufenden Tarifauseinandersetzungen, die AWO setze sich nicht ausreichend für eine bessere Finanzierung der Offenen Ganztagsschule (OGS) ein und bezahle die Mitarbeitenden entsprechend schlecht.

Wer sich auch nur annähernd in der Sozialpolitik auskenne, müsse eigentlich wissen, mit welchem Engagement sich die AWO von Anfang an für eine Aufwertung der Offenen Ganztagsschule und eine bessere finanzielle Ausstattung einsetze. Dies sei zuletzt in einer gemeinsamen Kampagne zusammen mit allen anderen NRW-Wohlfahrtsverbänden geschehen, bei der erst am 12. Dezember zehntausende Unterschriften in Düsseldorf der Landesregierung überreicht wurden. Da sei ausdrücklich für die rund 2.000 OGS-Einrichtungen in NRW mit ihren 200.000 Kindern gefordert worden, das Land müsse sich deutlich stärker als bisher finanziell engagieren. Heute steuert das Land 1.100 Euro pro Kind bei, die Kommunen bringen mindestens einen Pflichtbeitrag von 460 Euro, die tatsächlichen Kosten liegen aber bei 3.250 Euro. Erst bei einer auskömmlichen Regelfinanzierung könne auch eine Gleichstellung der OGS-Mitarbeitenden mit den Kitas erreicht werden.

Wenn ver.di heute schon eine finanzielle Gleichstellung fordere, sei dafür eine Refinanzierung in keiner Weise gesichert. Die Gewerkschaft vermittle damit den Eindruck, als wolle sie einen Wohlfahrtsverband in eine wirtschaftliche Schieflage treiben – oder mache sich insgesamt schlichtweg unglaubwürdig, so Uwe Hildebrandt.

Der AWO-NRW-Geschäftsführer forderte ver.di auf, sehr schnell wieder zu sachlichen Tarifverhandlungen zurückzukehren. Schließlich haben die AWO-Arbeitgeber dafür ein erstklassiges Angebot vorgelegt: Bei einer Laufzeit von 30 Monaten (Beginn 1. Dezember 2018) sollen die Löhne und Gehälter der Beschäftigten in drei Stufen um insgesamt sieben Prozent steigen. Im ersten Jahr ist ein Plus von 3,2 Prozent vorgesehen, im zweiten Jahr 3,0 Prozent, in den verbleibenden fünf Monaten bis zum 31. Mai 2021 noch 0,8 Prozent.