AWO OWL

AWO: ver.di setzt auf Scharfmacherei

Bielefeld/Düsseldorf. Warnstreiks – ohne dass die Tarifverhandlungen überhaupt schon Fahrt aufgenommen haben. Kein Verständnis hat die NRW-Arbeiterwohlfahrt für den Aufruf der Gewerkschaft ver.di, am Dienstag (29. Januar) in einzelnen Einrichtungen in den Ausstand zu treten.

Aus gutem Grund: Bislang haben die beiden Tarifparteien lediglich bei einem ersten Termin ihre Forderungen bzw. Angebote auf den Tisch gelegt. An diesem Dienstag sollte es eigentlich in die konkreten Gespräche gehen. Zu Warnstreiks greifen Gewerkschaften gemeinhin jedoch erst, wenn Verhandlungen in eine Sackgasse geraten. „Das ist absolut nicht verhältnismäßig“, lässt Uwe Hildebrandt als Geschäftsführer der AWO NRW keinen Zweifel.

Ohnedies verschärfe die Gewerkschaft ohne Not die anstehenden Verhandlungen durch überzogene Positionen. So hatte die AWO bereits ein Plus von sieben Prozent mit einer Laufzeit von 30 Monaten angeboten – ein wirkliches Jahrhundertangebot zum hundertjährigen Bestehen der AWO. Ver.di velangte indes ein Plus von zehn Prozent für ledigich 13 Monate – eine bundesweit einzigartige Forderung.

Und dies begründete die Gewerkschaft noch damit, die Erzieherinnen und Erzieher bei der AWO verdienten zehn Prozent weniger als Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes: „Diese Behauptung ist falsch. Ehrlicherweise gibt es tatsächlich zurzeit noch eine Differenz. Mit unserem Angebot wäre diese Lücke in den nächsten drei Jahren jedoch deutlich zu verringern. Zur ganzen Wahrheit gehört weiterhin auch, dass allein in den vergangenen 36 Monaten die Erzieherinnen und Erzieher in unseren Einrichtungen bereits eine tarifliche Entgeltsteigerung von durchschnittlich 20 Prozent erhalten haben,“ so Uwe Hildebrandt.

Unter dem Strich entstehe so der Eindruck der Scharfmacherei seitens der Gewerkschaft. Dies umso mehr, weil durch Warnstreiks Einrichtungen betroffen seien, in denen Kinder, Familien und Pflegebedürftige die Folgen zu tragen hätten. Es sei deshalb höchste Zeit, dass die Gewerkschaft zu einer sachlichen Haltung zurückkehre. Sonst entstehe der Eindruck, dass sie durch Zuspitzung lediglich auf Mitgliederfang gehe.

Im Übrigen lässt die AWO in NRW keinen Zweifel, dass sie sehr schnell wesentlich bessere Tarife bezahlen würde, wenn nur endlich die öffentliche Hand und die Sozialversicherungsträger eine entsprechende Refinanzierung garantieren. Dafür hat sich die AWO gemeinsam mit allen anderen Wohlfahrtsverbänden massiv unter anderem im Rahmen einer Kampagne erst im Herbst/Winter vergangenen Jahres stark gemacht. Diese Kampagne wurde übrigens von ver.di nicht begleitet.

Weitere Informationen: Katrin Mormann , Pressesprecherin AWO NRW, Kronenstraße 63 - 69, 44139 Dortmund, Tel. 0231 54 83 234, Mobil 01520 / 7593106, katrin.mormann@awo-ww.de