AWO OWL

AWO-Sprachcamp Gütersloh: „Ab in die Zukunft“

Stolz und ernst zeigen Ivan, Randa und Andreas (vorne v.l.) ihre „Zeitkapsel“ mit ihrem Berufswunsch. Björn Syrkowski, Fauzia Gil und Frauke Tomsons (hinten v.l.) haben die Kinder im Sprachcamp Gütersloh beim Deutschlernen kreativ unterstützt.

Sie wissen, was sie wollen: Ivan (8) würde gerne Handwerker werden. Andreas (9) sieht sich später als Autoverkäufer. Randa (9) möchte Tierärztin oder Künstlerin werden. Damit die Träume wahr werden, haben sie in den Herbstferien mit anderen Schülerinnen und Schülern aus Gütersloher Grundschulen am Sprachcamp der AWO teilgenommen.

Rund 50 Gütersloher Grundschulkinder Mitte Oktober zwei Wochen lang am AWO-Sprachcamp in der Janusz-Korczak-Schule teilgenommen. Die Kinder mit Migrationshintergrund und Deutsch-Sprachförderbedarf nahmen auf Vorschlag ihrer Schulen teil. Neben Theater- und Freizeitangeboten stand vor allem das Deutschlernen auf dem Programm. Seit mehr als 10 Jahren bietet die AWO Sprachcamps an verschiedenen Orten in OWL an. Organisiert wird es von den AWO-Integrationsagenturen in OWL.

Finanziell möglich gemacht wurde das Angebot in Gütersloh vom NRW-Kinder- und Jugendministerium, der Stadt Gütersloh sowie der Bürgerstiftung Gütersloh und der Reinhard-Mohn-Stiftung. Die Eltern zahlen einen kleinen Betrag dazu. Fachliche Begleitung, Fahrdienst, Bewirtung, Ausflüge und Material werden davon finanziert. Alle Schulen erhalten im Anschluss einen individuellen Bericht.

„Die Kinder sollen“, so beschreibt Roland Thiesbrummel, Fachbereichsleiter Schule und Jugend der Stadt Gütersloh, das Ziel, „nicht in das Sommer- oder Herbstferienloch fallen.“ Und der Spagat zwischen Spielen und Lernen klappt, ist sich Björn Syrkowski sicher. Im „richtigen Leben“ ist er Fallmanager im Jobcenter. Einen Teil seines Jahresurlaubes nutzt er, um das Sprachcamp Gütersloh zu leiten. Für den 42-jährigen Freizeit-, Sport- und Übungsleiter ist es eine Herzensangelegenheit. „Sprache ist der Schlüssel zum Verstehen“, weiß er aus eigener und beruflicher Erfahrung.

In den Gruppen geht es an allen Tagen bunt und laut zu. Aus vielen Ländern kommen die Kinder. Als Regel gilt: Nur deutsch soll gesprochen werden. Die Kinder helfen sich gegenseitig, zur Not „mit Händen und Füßen“ (Sirkowsky). Unterstützung erhalten sie dabei von qualifizierten Freizeit- und Theaterpädagoginnen.

Natürlich steht das Spiel im Vordergrund. So ist für Andreas der Ausflug zum „Bauer Bernd“ in Borgholzhausen und das Go-Cart-Fahren dort der Höhepunkt der zwei Wochen. Auch Randa nennt an erster Stelle das Spielen, auf die Frage, was ihr am besten gefällt. Aber: Sprache wird im Alltag erlebt und gelernt. So findet Ivan das „Der-die-das-Spiel“ ganz toll. Substantiven müssen hier die richtigen Artikel zugeordnet werden.

Im Wechsel gibt es an den zehn Tagen Spiel-, Sprach- und Freizeitangebote. Das Erlernte und Erlebte kann von den Eltern am letzten Tag bestaunt werden. Alle Kinder führen ein Theaterstück zum Thema „Wir im Jahr 2040“ vor. Kostüme, Requisiten, die Handlung und der Text wurden gemeinsam erarbeitet und erstellt.

Die gespielte „Zeitreise“ mit anschließender „Zeitkapsel“-Übergabe zeigt Kindern wie Eltern auf, was gemeinsam möglich ist. Ungezwungen wird die Sprache benutzt und erlernt. Die Belohnung: Viele positive Erinnerungen und ein Zertifikat. Ivan, Andreas und Randa sind ihrem Berufswunsch ein wenig nähergekommen.

Weitere Informationen zu den AWO-Sprachcamps gibt es unter Tel. 05732 90 52 21 von Christina Albers oder unter www.awo-fachdienste-migration.de .