AWO OWL

AWO OWL schafft Voraussetzungen für die Zukunftssicherung

„Um der AWO OWL für die Zukunft eine solide Basis zu geben, müssen wir in den nächsten Monaten mehrere - für uns teilweise schmerzhafte Maßnahmen umsetzen“, so Thomas Euler. Euler, der seit Januar dieses Jahres Vorstandsvorsitzender der AWO OWL ist, und sein Vorstandskollege Benjamin Kramer reagieren auf unterschiedliche Faktoren, die sich teils schon seit längerer Zeit negativ auf die Situation der AWO OWL auswirken.

„Wir werden immer mehr mit eingefrorenen Finanzierungshilfen aus öffentlichen Geldern konfrontiert. Die Gehälter und Kosten steigen. Die erhöhten Belastungen werden durch die öffentlichen Mittel aber nicht refinanziert, so dass unsere Eigenmittelanteile in unterschiedlichen Bereichen in den letzten Jahren rasant angestiegen sind“, übt Kramer, unter anderem zuständig für die Finanzen, Kritik an der Sozialpolitik des Landes NRW, der Kommunen und des Bundes der vergangenen Jahre. „Auf der einen Seite dürfen wir als Wohlfahrtsverband keinen Gewinn erwirtschaften, auf der anderen Seite müssen wir bei jedem Projekt und jeder Dienstleistung, die wir für öffentliche Stellen umsetzen, erhebliche Eigenanteile mitbringen. Das belastet unsere wirtschaftliche Situation“, ergänzt Kramer. Hinzu komme der Fachkräftemangel, gegen den der Wohlfahrtsverband seit geraumer Zeit ankämpft. Darüber hinaus hatten und haben weiterhin die Coronakrise und der Ukrainekrieg negative Auswirkungen auf die AWO OWL.

Daher setzt sich der AWO Bundesverband schon seit langer Zeit für eine gerechtere Sozialpolitik ein. „Gerade jetzt sehen wir, an welchen Punkt eine Gesellschaft kommen kann, wenn beispielsweise die Autoindustrie aus dem Bundeskanzleramt mit einem vollen Koffer von drei Milliarden Euro kommt, die in keiner Weise zweckgebunden sind, freie Träger der Wohlfahrtspflege aber Geld mitbringen müssen, wenn es darum geht, Menschen zu helfen“, erläutert Euler einen der Gründe, aus denen sich die AWO OWL nun in dieser Situation befindet.

Zu den Maßnahmen, die in den kommenden rund eineinhalb Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden, gehört unter anderem die Veräußerung unterschiedlicher Immobilien in der Region. Weiterhin wird sich die AWO OWL von bestimmten Einrichtungen trennen müssen. „Konkrete Angaben können wir derzeit noch nicht machen, da wir in laufenden Verhandlungen mit anderen Trägern der Freien Wohlfahrt sind, die diese möglicherweise übernehmen“, erklärt Euler. So könnte es einen reibungslosen Übergang für alle Beteiligten geben. Für den Weiterbetrieb anderer Einrichtungen wird der Vorstand in Gespräche mit Kommunen und dem Land NRW gehen, in der Hoffnung, Eigenmittelanteile erheblich zu reduzieren. Von Einrichtungsschließungen möchte derzeit niemand sprechen. „Wir setzen stark darauf, dass es erfolgreiche Übernahmen geben wird. Sollte es im Einzelfall dazu kommen, werden wir für alle Mitarbeiter*innen individuelle Prüfungen vornehmen, ob wir sie innerhalb der AWO OWL weiterbeschäftigen können. Aufgrund des Fachkräftemangels haben wir ja in unterschiedlichsten Bereichen hohen Bedarf“, so Euler.

Das Ziel der Maßnahmen ist es, den AWO Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e. V. zukunftsfähig zu machen, so dass er als leistungsfähiger Wohlfahrtsverband weiterhin die Menschen in der Region unterstützen kann.

Der AWO Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe e. V. (AWO OWL) ist ein Mitgliederverband und zugleich ein soziales Unternehmen. In Ostwestfalen-Lippe sind nahezu 4.500 Mitarbeiter*innen in über 200 Einrichtungen und Diensten tätig. In ihrer über 100-jährigen Tradition setzt sich die AWO OWL mit ehrenamtlichem Engagement und professionellen Dienstleistungen für eine gerechtere Gesellschaft ein. Die Werte Solidarität, Toleranz, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit bestimmen ihr Handeln.