AWO OWL

Ausbildung mit Jobgarantie

Der Beruf der Altenpfleger*in umfasst nicht nur die Pflege, auch der Kontakt zu den Bewohnern wie Hermann und Lore Wessel-Berning (beide 89) ist der Auszubildenden Jennifer Gerlich wichtig.

Eine Tätigkeit in der Altenpflege ist nicht nur Beruf, sondern auch Berufung, findet Jennifer Gerlich. Die 22-Jährige schließt in einigen Tagen ihre Ausbildung zur Altenpflegerin im AWO-Seniorenzentrum „Frieda-Nadig-Haus“ in Bielefeld-Sennestadt ab.

Beworben hatte sie sich zunächst für ein freiwilliges soziales Jahr, doch dazu ist es gar nicht mehr gekommen. Stattdessen begann sie gleich die dreijährige Ausbildung. Die Theorie gibt es am AWO-Fachseminar für Altenpflege an der Detmolder Straße in Bielefeld. Die Praxis erlernt sie im „Frieda-Nadig-Haus“.

Erstes Interesse hatte Gerlich bereits während der Schulzeit: „Damals habe ich mein Schulpraktikum im Frieda-Nadig-Haus absolviert und habe darum gebeten, mir auch die Pflege ansehen zu dürfen. Die Hilflosigkeit, aber auch die große Dankbarkeit, die vielen Bewohnern ins Gesicht geschrieben stand, hat mich bewegt“, berichtet sie. Einen Bürojob habe (hat) sie sich danach nicht mehr vorstellen können. Natürlich ist das Zeitmanagement teilweise schwierig und für einige Aufgaben braucht man innere Stärke und auch mal Überwindung, doch der Kontakt zu den Menschen macht für sie alles wett. „Die Bewohner freuen sich so über schon kurze Gespräche. Das ist mir wichtig, da ich ja auch menschlich gepflegt werden möchte, wenn ich später alt bin“, so die 22-Jährige.

Celine Venjakob absolviert ihre Ausbildung im ambulanten Dienst der AWO Bielefeld. Vorher war sie bereits als Heilerziehungspflegerin tätig, doch etwas hatte ihr gefehlt. „Ich habe mich bewusst für den ambulanten Dienst statt für eine stationäre Einrichtung entschieden, da ich die persönliche Ebene mit den Kunden sehr schätze“, erklärt die 27-Jährige. Und den hat sie bei der Wundversorgung, dem Anlegen von Kompressionsstrümpfen oder der Unterstützung beim Ankleiden oder den Mahlzeiten im Zuhause ihrer Kunden.

„Wir beraten in einem Bewerbungsgespräch, wo die Interessen liegen und schlagen Einrichtungen mit verschiedenen Schwerpunkten vor“, erklärt Rüdiger Schnier, Leiter des Fachseminars für Altenpflege. Für alle Auszubildenden gilt aber, dass sie zwar durch die Wahl ihres Ausbildungsbetriebs einen Schwerpunkt setzen können, aber auch Praxiseinsätze im jeweils anderen Bereich sowie der geriatrischen Pflege absolvieren müssen. Und gesucht werden die fertigen Altenpflegerinnen und -pfleger händeringend, es herrscht Fachkräftemangel. „Die Absolventen können sich derzeit eine Arbeitsstelle aussuchen, haben eine Jobgarantie“, berichtet Schnier.

Bereits seit einiger Zeit fertig ist Manuel Abel. Und nicht nur das: Im Anschluss an die Ausbildung hat er Management im Sozial- und Gesundheitswesen studiert und steht nun kurz vor seinem Bachelorabschluss. Das Studium absolvierte er - mit Unterstützung der AWO - neben seiner Tätigkeit als Wohnbereichsleiter bzw. heute kommissarischer Pflegedienstleiter im Seniorenzentrum Baumheide. Hauptsächlich ist er nun also in der Koordination tätig. Aber auch die Anforderungen an die Fachkräfte vor Ort würden immer vielfältiger: „Medikamente bestellen, die Arbeitsaufteilung innerhalb einer Schicht oder die Angehörigengespräche gehören zu den Aufgaben der Altenpfleger“, so Abel.

Das Fachseminar für Altenpflege in Trägerschaft der AWO Ostwestfalen-Lippe e.V. bietet die Altenpflegeausbildung immer zum 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres an. Für Herbst 2018 gibt es noch freie Restplätze. Weitere Informationen unter www.awo-fachseminar-altenpflege.de