AWO OWL

100 Jahre AWO - 70 Jahre Erziehungs- und Familienberatung

Dr. Barbara Ollefs (Referentin), Frank Olivier (AWO-Vorstand, re.) und Volker Magsamen (Leiter der AWO-Erziehungs- und Familienberatung) begrüßten die Gäste des Fachtages.

Das Team ist der Star, sagte sich Volker Magsamen und ehrte alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der AWO-Beratungsstellen auf der Bühne.

In einer von Michael Blaschke moderierten Talkrunde wurde die Beratung gestern, heute, morgen diskutiert.

Dr. Barbara Ollefs und ein Beratungsansatz aus Israel standen im Mittelpunkt eines Fachtages der Erziehungs- und Familienberatung Bielefeld. Seit 70 Jahren gibt es die Einrichtung. Eine Talkrunde zum Wandel in der Beratung vorher und ein Workshop zum Schluss rundeten die Feier mit 120 Gästen im „Elfriede-Eilers-Zentrum“ ab.

Vielfältige Beratungsangebote

1949 wurde die erste Erziehungsberatungsstelle (EB) in NRW von der AWO in Bielefeld aufgebaut. Sehr modern wurde gearbeitet: Therapeutische Hilfe statt Bestrafung, Prävention statt Verschweigen. Das ist so geblieben. Stadtteilarbeit, Online-Beratung, Kooperation mit Schulen und Jugendeinrichtungen, Themenabende für Eltern zeichnen, so AWO-Vorstand Frank Olivier in seiner Begrüßung, die Einrichtung heute besonders aus. Seit 1996 arbeiten die Teams der Beratungsstelle für Eltern, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sowie der Beratungsstelle für Familien mit Kindern von 0 - 6 Jahren unter einem Dach zusammen.

Wandlungsfähigkeit gefragt

Flexibilität war auch ein Thema der Talkrunde mit Partnern und Beschäftigten der „EB“ zum Wandel der Beratung. „Sich hinterfragen“ (Georg Epp, Jugendamtsleiter Bielefeld), „Dialog auf Augenhöhe“ (Anke Krüger-Gembus, PSAG), „Erziehungsberatung erhalten“ (Wolfgang Stadler, AWO-Bund) „Selbstwirksamkeit stärken“ (Sandra Eimterbäumer, EB), „frühzeitige Förderung sichern“ (Sabine Hiller, EB), „Hemmschwellen senken“ (Volker Magsamen, Leiter der EB) waren Blitzlichter der Diskussion, die von Michael Blaschke moderiert wurde.

Präsenz zeigen

„Aha-Erlebnisse“ für die rund 120 Gäste des Fachtages brachte der anschließende Vortrag von Dr. Barbara Ollefs zum Thema „Neue Autorität und gewaltloser Widerstand“. Von Mahatma Gandhi beeinflusst, hat Haim Omer den Beratungsansatz in Israel mit krisengeschüttelten Familien erprobt. Ziel ist die Stärkung der Präsenz der Eltern, damit sie weiterhin mit ihren Kindern als Familie handeln können. Vater und Mutter sollen wieder als solche erlebbar sein. Nicht raushalten, sondern konstruktiv einmischen, ist gefragt.

"Notfallkoffer für Eltern"

„Ich kämpfe um mein Kind, nicht gegen mein Kind“, so die Osnabrücker Psychologin und systemische Familientherapeutin, ist ein zentraler Aspekt des Vorgehens. Die Säulen des gewaltlosen Widerstandes zur Erlangung neuer Autorität sind Werte, Protest, Deeskalation, Beziehungsangebote, Beharrlichkeit, Transparenz und Publizität. Der Beratungsansatz sei kein Allheilmittel, aber „ein Notfallkoffer für Eltern“, machte Dr. Ollefs deutlich.

(Der Folienvortrag kann bei Interesse per E-Mail unter volker.magsamen@awo-owl.de angefordert werden.)