AWO OWL

1 Jahr „Wir im Südholzviertel“ – Fortsetzung gewünscht

Karin Heuer ist die AWO-Quartiersmanagerin im Detmolder Südholzviertel.

Welche Angebote und Einrichtungen gibt es im Wohngebiet für die Bewohner*innen? Was brauchen die Menschen in ihrem Quartier? Wie kann es gemeinsam erreicht werden? Fragen, auf die Karin Heuer (Foto) vom Quartiersprojekt „Wir im Südholzviertel“ Antworten gefunden hat.

Zum Nutzen der Bürger*innen

Seit einem Jahr besteht das Projekt „Wir im Südholzviertel“ im nördlichen Stadtgebiet von Detmold. Ziel des Quartiersmanagements ist es, Angebote und Aktivitäten in einem bestimmten Wohngebiet zum Nutzen der dort lebenden Bürger*innen weiterzuentwickeln. Das Alltagsleben soll gemeinsam aktiv gestaltet werden. Größtmögliche Versorgungssicherheit und soziale Teilhabe werden angestrebt. Netzwerke sollen geschaffen und die Selbsthilfe gestärkt werden. Gefördert wird die Arbeit zu 80 % aus Mitteln der Deutschen Fernsehlotterie. Die restlichen Kosten trägt die AWO OWL. Das Projekt ist auf ein Jahr befristet.

In einem Jahr viel erreicht

Gemeinsam mit Karin Heuer haben vor allem engagierte Frauen aus dem Quartier trotz Corona die Stadtteilarbeit in den letzten Monaten vorangebracht. Ein Info-Stand am örtlichen Supermarkt und Interviews mit Passanten bildeten zu Beginn des Jahres die Basis für eine Sozialraumanalyse. Kontakte zu möglichen Kooperationspartnern wurden hergestellt. Sogar ein „Quartiersbeirat“ konnte gebildet werden. Beteiligung wurde möglich, Aktivitäten wurden geplant.

Mund-Nasen-Schutz, Walking-Gruppe, Meditation

Die große Informationsveranstaltung zur Quartiersarbeit und der historische Stadtteilspaziergang mussten zwar aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Ein voller Erfolg war aber die Aktion „Alltagsmaske“. 2.000 Mund-Nasen-Schutze hat Gaby Hollmann genäht. Sie wurden über ein Unterstützer-Netzwerk im Viertel kostenlos oder gegen eine Spende verteilt. Ebenso treffen sich jetzt - unter Einhaltung der Hygieneregeln - eine Walking-Gruppe und eine Meditationsgruppe. Alle Treffen und Freizeitangebote fanden bisher im Freien statt. Als Zeichen des gemeinsamen Engagements wurde ein Logo entwickelt.

Projekt soll laufen lernen

Nach einem Jahr unter erschwerten Bedingungen ist ein Projekt noch nicht ausgereift und stabil. Deshalb hat die AWO OWL eine Projektverlängerung beim Deutschen Hilfswerk beantragt. Mehr Bürgerinnen und Bürger hätten die Möglichkeit, sich für „ihr Viertel“ zu engagieren. Mit einer Entscheidung wird Ende des Monats gerechnet. Gemeinsam mit der Stadt Detmold und bereits aktiven Einrichtungen und Gruppen im Stadtteil könnten dann weitere Ideen verwirklicht werden.

Zukunftsprojekt Stadtteiltreff

Eine solche Idee ist die Schaffung eines Stadtteiltreffs. Eine Option dafür ist das Haus der „WIR“-Genossenschaft an der Stettiner Straße. Die Wohnungsgenossenschaft kann sich vorstellen, den noch nicht ausgebauten Anbau ihres Gebäudes und das dazugehörige Grundstück einem Stadtteiltreffpunkt zur Verfügung zu stellen. Dies ist allerdings Zukunftsmusik. Konzept, Organisation und Finanzierung sind offen.

Quartiersmanagement gefragt

Sicher ist dagegen, dass weiterhin eine zentrale Anlaufstelle für alle Aktivitäten erforderlich ist. Das Projektjahr hat gezeigt, wie wichtig die Arbeit von Karin Heuer und ihre Stelle ist. Eine Quartiersmanagerin initiiert Beratungsangebote, unterstützt die Entwicklung von Freizeitmöglichkeiten, schafft Vernetzung. Mit den Bürgern und Akteuren werden Aktivitäten und Angebote, selbstorganisierte Versorgungsketten und im Quartier, entwickelt und umgesetzt.

 

Weitere Informationen: „Wir im Südholzviertel“ c/o Karin Heuer, Tel. 0521 9216-265 E-Mail: quartier-suedholz@awo-owl.de