"Die Vielfalt an Leistungen und Hilfsangeboten für ältere und pflegebedürftige Menschen führt oft zu Unübersichtlichkeit und damit zu Unsicherheit. Zugleich gibt es mit der Alterung unserer Gesellschaft und der steigenden Zahl von Pflegebedürftigen einen zunehmenden Bedarf an Beratung", erläutert Wolfgang Stadler, Vorstandsvorsitzender des AWO-Bundesverbandes in seiner Begrüßung.
Ziel der Qualifizierung, die vom AWO-Bundesverband insgesamt an 20 Orten in Deutschland angeboten werden wird, ist es, vor Ort eine hochwertige und umfassende Pflege- und Seniorenberatung anzubieten. Maßgeblich sind dabei die Bedürfnisse der Kunden, die trägerübergreifend, nachvollziehbar und wohnortnah beraten werden wollen. Ein weiteres Ziel des OPuS-Angebotes ist es, speziell für ältere Menschen, insbesondere Frauen, Arbeitsmöglichkeiten im Bereich der Pflege- und Seniorenberatung zu schaffen.
Besonderes Element der Qualifizierung ist die Online-Beratung. Die Nutzung des Internets als Informationsmedium nimmt in allen Altersgruppen zu. Pflege- und Seniorenberatung muss nach Ansicht der AWO auch auf diesem Wege stattfinden.
Nicolas Tsapos, Vorstand der AWO Ostwestfalen-Lippe: „Die Online-Beratung ist eine sinnvolle und logische Ergänzung der persönlichen Beratung in unseren Einrichtungen und Diensten sowie der Telefon-Hotline unseres SeniorenService.“
Die Telefon-Hotline des SeniorenService der AWO OWL ist bereits von Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr unter Tel. 0180 5 296 777 (14 ct./min) zu erreichen.
Entwicklung und Durchführung der Qualifizierung werden vom Bundesarbeitsministerium und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) der EU im Rahmen des Programmes „Rückenwind für die Beschäftigten der Sozialwirtschaft“ gefördert.
Die 20 Schulungsreihen finden dezentral in AWO-Einrichtungen von Schleswig-Holstein bis Bayern statt. Eine Schulungsreihe dauert ca. 3 Monate (140 Stunden) und findet im so genannten Blended-Learning-Verfahren statt, d.h. sie gliedert sich in drei Präsenzeinheiten (80 Stunden) und drei Onlinephasen (60 Stunden), in der die Kommunikations- und Lernplattform ILIAS genutzt wird. Inhaltlich werden alle Aspekte des Alters, der Pflege, der Beratung, der Netzwerkarbeit sowohl fachlich als auch gesetzlich vermittelt.
„Neben dem Leistungsrecht und dem Handwerkzeug für Beratungen werden wir unter anderem das Thema Demenz, aber auch Fragen der Freizeit- und Lebensgestaltung ansprechen,“ so Projektleiter Olaf Christen vom AWO-Bundesverband.
Insgesamt werden in den nächsten zwei Jahren mehr als 300 AWO-Mitarbeiter/innen an den Qualifizierungen teilnehmen. Die Fortbildung endet mit einem AWO-internen Zertifikat zum (Online-)Pflege- und Seniorenberater. Die Präsenzfortbildung wird von Dr. Christiane Schönknecht durchgeführt. Die Online-Fortbildung organisiert Stefan Alexander Hoffmann.
Ziel der Qualifizierungsreihe ist der Aufbau eines bundesweiten Online-Kompetenznetzwerkes der AWO. „Voraussichtlich bis Ende des Jahres sind wir so weit“, so Olaf Christen in einer vorsichtigen Einschätzung, „dass wir unter www.awo-opus.de Beratung online anbieten können.“