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Umbau der "Müllerburg" beginnt in diesem August

Wohn- und Pflegequalität wird deutlich gesteigert

Sie stellten die "neue" Müllerburg vor: Michael pappert (Architekt), Andreas Zels (Abteilungsleiter Altenhilfe); Ute Plass (Pflegedienstleiterin), Nicolas Tsapos (Vorstand).
(23.02.2010) Im August will der AWO-Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe als Trägerin des Seniorenzentrums Müllerburg mit dem Umbau der Oerlinghauser Einrichtung beginnen. 19 Monate später wird sich eine zeitgemäße Senioreneinrichtung mit dann 82 Plätzen präsentieren. 5,4 Mio. € werden dafür investiert. Für alle Beteiligten ein großer Schritt. Nicolas Tsapos, AWO-Vorstand: „Die Anforderungen an die Pflege haben sich geändert. Im Interesse der älteren Menschen und der Zukunftssicherung der Einrichtung muss gehandelt werden.“

Haus mit Tradition
Das Haus Müllerburg ist ein Haus mit Tradition. Am 1. Oktober 1958 wurde das Frauenaltenheim und Frauenkneippkur Müllerburg von der AWO in Betrieb genommen. Für damalige Verhältnisse war das Haus sehr modern. Es gab bereits Zweibettzimmer mit 18 qm. 1973 wurde das Kurheim geschlossen. Es war nicht mehr zeitgemäß. Das Altenheim wurde entsprechend erweitert. 1975 wurden erstmals auch Männer aufgenommen. Anfang der 80er und Anfang des Jahrtausends wurde das Haus erneut um- bzw. teilweise neu gebaut. Auch die Personalwohnungen wurden zu 12 Seniorenwohnungen umgebaut. Die Lage und der umgebende Park waren und sind ein besonderes Plus der Einrichtung.

Wohn- und Pflegestandards nicht mehr zeitgemäß
Dennoch: Das Haus entspricht nicht modernen Standards der Pflege und des seniorengerechten Wohnens. Es gibt noch Zweibettzimmer. Vollständige Barrierefreiheit ist nicht gegeben. Es fehlen pflegeerleichternde Funktionsräume. Die Orientierung fällt in dem verwinkelten Gebäude mit den langen Fluren schwer. Das Haus entspricht nicht aktuellen Bau- und Energiestandards.

Andreas Zels, Abteilungsleiter Altenhilfe: „Nach dem Landespflegegesetz müssen Bestandseinrichtungen bis 2018 den neuen Standards angepasst werden.“

Das vom Bielefelder Architekturbüro Pappert & Weichynik erarbeitete Umbaukonzept geht auf diese Punkte ein. Im Wesentlichen sind folgende Maßnahmen vorgesehen:


  • Neugliederung des Hauses in 8 Gruppen mit 9 - 11 Bewohnern
  • Jede Gruppe ist separat erschlossen und verfügt über einen eigenen Wohn-gruppenraum.
  • Aufgabe der Balkone und Integration der Flächen in die Bewohnerzimmer
  • 100% Einzelzimmer mit eigenem Bad
  • Abriss des Wirtschaftstraktes und Aufgabe des Speise- und Veranstaltungs-saals und der Dachterrasse
  • Sicherstellung der Barrierefreiheit nach DIN 18025 Teil 2 im Bestandsgebäude, Anwendung der DIN 18025 Teil 1 im Ersatzbau
  • Völlig neue Erschließung des Gebäudes, mittig und durch Errichtung eines vorgestellten Erschließungsbaukörpers, Neuanlage eines Bettenaufzugs
  • Einrichtung eines Café und eines Empfangs im Eingangsbereich
  • Errichtung eines großzügigen Wellness- und Pflegebades für alle Bewohner im Souterrain
  • Neustrukturierung und Ergänzung pflegegerechter Arbeitsräume, Verteilerküche, Ver- und Entsorgung und weiterer Funktionsräume

"Haus der nächsten Generation"
„Die Müllerburg“, so Architekt Michael Pappert, „wird nach diesem Umbau ein Haus der nächsten Generation sein.“ Besonderer Wert wird von ihm auf die energetische Sanierung der Einrichtung gelegt. Die hohen KFW-Richtlinien für Wärmedämmung und Fenster werden eingehalten. Sie ergänzen das bereits vorhandene Blockheizkraftwerk. Eventuell gibt es bald auf dem Dach auch eine Photovoltaikanlage.

5,4 Mio. € wird die AWO in das neue Seniorenzentrum Müllerburg investieren. Rund 70 % werden über die Wohnungsbaufördermittel des Landes NRW finanziert. Der Rest wird über günstige KFW-Darlehen und Eigenmittel der AWO finanziert. Die Maßnahme wird in zwei Bauabschnitten durchgeführt. 19 Monate sollen beide dauern. Mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde das Konzept abgestimmt. Die Bauvoranfrage wurde positiv beschieden. Bewohner und Beschäftigte sind informiert.


Aufregende Zeit mit viele Herausforderungen
Für alle bedeutet der Umbau eine große Herausforderung und Belastung. Aufgrund der durchgreifenden Modernisierung ist ein gleichzeitiger Vollbetrieb nicht möglich. Es müssen rund 30 Pflegeplätze über den Maßnahmenzeitraum abgebaut werden. Die Absenkung soll individuell, sensibel und in Schritten erfolgen. Ab April findet keine Neubelegung statt. Plätzen in anderen AWO-Seniorenzentren werden angeboten. Vorübergehend sollen auf freiwilliger Basis Einzelzimmer auch doppelt genutzt werden. Auch anderweitige Unterbringungen werden überlegt. Viele Einzelabsprachen werden getroffen.

Für alle Beteiligten - Bewohner, Angehörige, Freiwillige und Beschäftigte, aber auch für "Gastgruppen" (z. B. Bridge-Club, VHS-Gymnastikgruppe, MS-Gruppe und Chor) - beginnt eine aufregende Zeit mit vielen Herausforderungen. Sie im Interesse aller vorzubereiten und zu gestalten, ist das Anliegen der AWO. Die „neue Müllerburg“ wird Bewährtes fortführen und neue Wohn- und Pflegekonzepte möglich machen. Sie wird ein Zuhause für ältere Menschen bleiben.


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